Nimbochromis venustus  BOULENGER, 1908

Nimbochromis venustus Männchen Nimbochromis venustus Weibchen
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Syn./Handelsnamen

Giraffenbuntbarsch, Giraffencichlide, Pfauenmaulbrüter, Cyrtocara Venusta, Haplochromis simulans, Haplochromis venustus
 

Gruppe

Utaka, Fischfresser
 

Gattung

Nimbochromis      Artenliste der Gattung Nimbochromis
 

Verbreitung

Malawi Malawi, Mosambik Mosambik, Tansania Tansania
Diese Art kommt überall im Malawisee, im Malombesee sowie im Shire River, dem Verbindungsfluss dieser beiden Seen, vor.
 

Lebensraum/Biotop

ausgewachsene Tiere leben in der Freiwasserzone über Sand in 15 bis 20 m Tiefe, Jungtiere im seichten Felsbiotop
 

Größe

  20 - 25 cm
  15 - 20 cm
 

Unterscheidung

Nimbochromis venustus hat ein Zeichnungsmuster aus unregelmäßigen Flecken, die im Gegensatz zu den anderen Cichliden dieser Gattung eher rundlich sind und vertikal verlaufen. Dominante Männchen sind bläulich gefärbt und haben zahlreiche gelbe Pigmente auf den Körperflanken. Schnauze und Stirn sind ebenfalls gelblich.
Jungtiere und Weibchen zeigen eine graue bis gelbliche Grundfärbung mit deutlich ausgeprägtem Zeichnungsmuster.
 

Ernährung

kleine Fische, Wirbellose
 

Ablaichverhalten

Alle im Malawisee endemisch (= nur dort vorkommend) lebenden Cichliden sind maternale (= im weiblichen Geschlecht/mütterliche) agame Maulbrüter. Agam bedeutet, dass keine dauerhafte Paarbildung bzw. Partnerbindung zwischen den Geschlechtspartnern besteht. Die Paarbildung ist lediglich auf den Zeitraum des gemeinsamen Ablaichens beschränkt. Die Brutzeit beträgt bei Malawi-Cichliden etwa drei Wochen. Danach werden die bereits vollkommen entwickelten Jungfische aus dem Maul des Weibchens entlassen.
  Gebrütet wird auf dem Sand im offenen Wasser. Die Eier werden außerhalb des Mauls des Weibchens befruchtet, in dem das Männchen über sie hinwegschwimmt, bevor sie vom Weibchen aufgesammelt werden. Ein Nest wird nicht gebaut.
Die Eizahl kann bis zu 120 Stück betragen. Die Weibchen betreiben eine intensivere Brutpflege als alle anderen Nimbochromis-Arten. Die bis zu 120 Jungfische werden noch bis etwa 10 Tage nach Entlassen gepflegt und nachts wieder ins Maul aufgenommen. Es ist ein Schauspiel, das Muttertier mit den Jungen umherschwimmen zu sehen. Dieses ist aber nur in einem separatem Becken ungestört möglich. Das Fangen und Übersetzen in eine anderes Becken sollte nachts geschehen, wenn die Tiere schlafen. Sonst kann es leict passieren, dass die Jungen im Kescher ausgespuckt und nicht mehr angenommen werden.
 

Besonderheiten

Wie Nimbochromis livingstoni erhielt auch Nimbochromis venustus von den Einheimischen den Namen "Kaligono", was soviel wie "Schläfer" bedeutet. Beide Arten lauern ihrer Beute auf, indem sie bewegungslos auf dem Boden liegen. Jungfische buddeln sich dabei in den Boden ein. Die typische Camouflage-zeichnung könnte bei der Lauerhaltung als Tarnung dienen. Dieses Verhalten konnte ich im Aquarium aber noch nicht beobabchten.

Aquariumgröße

Beckenlänge ab 200 cm, Beckenvolumen ab 1000 Liter
 

Einrichtung

Nimbochromis venustus weisen eine hohe innerartliche Aggressivität auf, auch gegenüber anderen Nimbochromisarten. Daher müssen ausreichend Felsverstecke für unterlegene Tiere vorhanden sein. Auf ausreichend Schwimmraum ist ebenfalls zu achten.
Diese Art gräbt nur gelegentlich im Sand, so dass eine Bepflanzung durchaus möglich ist. Pflanzen werden nicht als Nahrung betrachtet.
 

Verhalten

innerartlich: sehr aggressiv
Im Alter ist er auch sehr aggressiv gegenüber anderen Arten, vor allem zur Balzzeit.
 

Haltung

Aufgrund der innerartlichen Aggression sollte eine Gruppe von einem Männchen und mindestens 3 Weibchen gepflegt werden.
Zwischen Männchen und dem Weibchen besteht keine Partnerbindung. Männliche Fische sind ständig sexuell aktiv und balzen jedes Weibchen an. Sie dulden nur laichbereite Weibchen in ihrem Revier, alle anderen werden vertrieben. Da ein Aquarium jedoch immer nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stellen kann, können die unterlegenen Weibchen nicht flüchten.
Damit einzelne Weibchen im Aquarium nicht dem ständigen Vertreibungsstress ausgesetzt sind, sollten immer folgende Maßnahmen getroffen werden:
  • niemals 1 Männchen mit nur 1 Weibchen einer Art in einem Aquarium halten
  • die Größe des Aquariums ist so zu bemessen, das jedem Fisch ausreichend Raum zur Verfügung steht
  • möglichst unterschiedliche Arten in einem Aquarium halten, wodurch aggressive Männchen abgelenkt sind und so die Häufigkeit von aggressiven Vertreibungen abnimmt
  • bei der Haltung von sehr aggressiven Buntbarschen Steinaufbauten bis möglichst unter die Wasseroberfläche auftürmen, so dass zahlreiche Spalten, Nischen und Hohlräume unterschiedlicher Größe entstehen, die als Versteckmöglichkeiten und Zufluchtsstätten, Laich- und Bruthöhlen, Sichtbarrieren sowie zur Abgrenzung von Revieren benutzt werden können

Futtergruppe

K      Informationen über Futter
 

Vergesellschaftung

Mit zu kleinen Fischen sollten sie nicht vergesellschaftet werden, da diese ihnen als Nahrung dienen könnten.
Auf ausreichend Schwimmraum ist ebenfalls zu achten.
Im Alter wird diese Art sehr ruppig gegenüber anderen Fischen und sollte dann nur noch mit ebenfalls anderen großen und robusten Fischen vergesellschaftet werden.
Mbunas kommen für eine Vergesellschaftung aufgrund der unterschiedlichen Nahrungsansprüche nicht in Frage.
 

Besatzvorschlag

Nimbochromis venustus sollte am besten in großen Aquarien mit anderen großen Räubern gehalten werden.
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