Aulonocara baenschi  MEYER & RIEHL, 1985

Aulonocara baenschi Männchen Aulonocara baenschi Weibchen
Startseite Aulonocara baenschi

Syn./Handelsnamen

Aulonocara baenschi trifft man im Fachhandel unter zahlreichen Fantasie-Namen an: Benga Aulonocara, Aulonocara Nkhomo Reef, Blaukopf-Kaiser, Baenschs Malawibuntbarsch, Gelber Kaiserbuntbarsch, "Yellow Regal"-Buntbarsch, New Yellow Regal, Benga Peacock
 
 

Gruppe

Nicht-Mbuna (Utaka)
 

Gattung

Aulonocara      Artenliste der Gattung Aulonocara
 

Verbreitung

Malawi Malawi
Malawisee: Aulonocara baenschi ist nur von einem großen Riff, dem Nkhomo Reef bekannt. Das Riff liegt etwa 5 km außerhalb der Küste nördlich von Benga und gegenüber dem Fluß Nkhomo.
 

Lebensraum/Biotop

Übergangszone mit vereinzelten Steinen in 18 m Tiefe bei geringer Sicht
Reine Felshabitate kommen für Aulonocara-Arten wegen der Nahrungssuche im Sand nicht in Betracht. Die territorialen Männchen verteidigen ein Revier unter oder zwischen kleinen Felsen.
Die Weibchen leben einzeln oder in kleinen Gruppen und ziehen zwischen den vereinzelten Felsen auf der Suche nach Nahrung umher.
 

Größe

  - 9 cm
  - 8 cm
Im Aquarium bei entsprechender Fütterung kann diese Art ca. 5 cm größer werden.
 

Unterscheidung

Nur die ausgewachsenen Männchen tragen das gold- bis chromgelbe Farbkleid mit dem metallischem Himmelblau im Kopfbereich, welches in der Regel nur am Unterkopf auftritt. Bei einzelnen Exemplaren kann die Blaufärbung jedoch den ganzen Kopf überziehen oder, was noch seltener ist, gar nicht auftreten, so dass diese Männchen völlig gelb sind. Die Schwanzflosse hat jedoch immer ein Muster aus horizontalen hellblauen Streifen auf gelbem Untergrund.
  Die weiblichen Tiere sind überwiegend braun gefärbt und zeigen ein Muster von meistens neun bis elf dunklen Querstreifen. Die Flossen sowie die Flanken direkt hinter dem Kiemendeckel können ebenfalls einen gelben Farbton zeigen.
 

Ernährung

Die Nahrung besteht aus im Sand lebenden kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven und Krebstierchen. Wie bei allen Aulonocaras wird die Beute mit Hilfe der vergrößerten Sinnesgruben am Kopf lokalisiert. Dazu schwebt der Fisch einige Millimeter über dem Sandgrund, ohne auch nur eine Flosse zu bewegen. Er wartet, bis die geringste Bewegung eines versteckten wirbellosen Tieres von seinem empfindlichen Höhrorgan wahrgenommen wird. Dann sichert ihm ein plötzlicher Biß in den Sand die Beute im Maul.
 
Ablaichverhalten
Alle im Malawisee endemisch (= nur dort vorkommend) lebenden Cichliden sind maternale (= im weiblichen Geschlecht/mütterliche) agame Maulbrüter. Agam bedeutet, dass keine dauerhafte Paarbildung bzw. Partnerbindung zwischen den Geschlechtspartnern besteht. Die Paarbildung ist lediglich auf den Zeitraum des gemeinsamen Ablaichens beschränkt. Die Brutzeit beträgt bei Malawi-Cichliden etwa drei Wochen. Danach werden die bereits vollkommen entwickelten Jungfische aus dem Maul des Weibchens entlassen.
Die Männchen sind ständig balzaktiv und zeigen das ganze Jahr über ihre schöne Brutfärbung. Sie versuchen durch Körperzittern und anschließendes Führungsschwimmen ein fortpflanzungsbereites Weibchen zu einem geeigneten Laichsubstrat zu locken, welches in der Regel verlassene Nester oder Höhlen anderer Arten sind. Im Aquarium kann dies auch einfach eine geschützte Stelle über Sand sein.
Nach der Brutzeit werden ca. 20 bis 40 schwimmfähige Jungfische aus dem Maul der Mutter entlassen. Bis die männlichen Tiere vollends ausgefärbt sind, vergehen fast zwei Jahre, jedoch wird man für das Warten mit herrlichen Farben belohnt.
Das Bild der ablaichenden Fische wurde mir freundlicherweise von Andreas Werth zur Verfügung gestellt (www.aquaristik-archiv.de).
 
Besonderheiten Durch die gebogene Schnauze bei Wildfängen und des flacheren Körpers läßt er sich gut von den bei Maleri, Mumbo Island, Nakhantenga Island (bei Chipoka) und Namalenje Island vorkommenden Aulonocara sp. "Stuartgranti Maleri" unterscheiden, dessen Färbung sehr ähnlich ist. Auch die Weibchen lassen sich sehr gut von Aulonocara sp. "Stuartgranti Maleri" unterscheiden.

Aquariumgröße

Beckenlänge ab 100 cm, Beckenvolumen ab 200 Liter
 
Einrichtung Auf Sandboden müssen, entsprechend dem natürlichem Lebensraum, einige Steinaufbauten mit Höhlen errichtet werden, die den unterlegenen Tieren oder den brütenden Weibchen ausreichend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die Aufbauten sollten bis unter die Wasseroberfläche reichen, damit die Tiere auch die obere Aquarienhälfte als Schwimmraum nutzen. Ferner sollten sie so errichtet werden, dass die in Brutstimmung befindlichen Männchen nicht das gesamte Becken überblicken können.
Pflanzen und Pflanzentriebe werden von diesen Kleintierfressern kaum beschädigt, jedoch sollte nicht zuviel Schwimmraum durch zu üppige Bepflanzung genommen werden.
 
Haltung 1 Männchen zu 2 bis 3 Weibchen
 

Futtergruppe

K      Informationen über Futter
 

Vergesellschaftung

Aulonocara baenschi ist aufgrund seiner Farbenpracht und seines ruhigen, fast zutraulichen Verhaltens eine Bereicherung für jedes Malawi-Aquarium. Er sollte nur nicht mit sehr aggressiven Arten zusammen- gehalten werden, eher würde er sich in einem Gesellschaftsbecken mit Nicht-Cichliden wohlfühlen. Zur Vergesellschaftung eigenen sich Aulonocaras aus anderen Gruppen, Cyrtocara moorii oder andere friedfertige Nicht-Mbunas wie z.B. Arten aus den Gattungen Lethrinops, Nyassachromis, Otopharynx oder Copadichromis bei entsprechender Beckengröße.
Wenn er unterdrückt wird oder sich aus anderen Gründen nicht wohlfühlt, geht seine prachtvolle gelbe Färbung in ein schmutziges gelb-braun über.
Die Becken sind mit sandigem Bodengrund und einigen Felsaufbauten auszustatten. Beim Aufbau ist darauf zu achten, dass ausreichend Höhlen als Revier oder Verstecke entstehen.
Bei der Vergesellschaftung von mehreren Aulonocara-Arten ist darauf zu achten, dass keine Arten der selben Gruppe in einem Becken gepflegt werden, da es ansonsten schnell zu Kreuzungen kommt.
 
Vergesellschaftung von Aulonocaras
nach oben