Artenliste

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In den Artenlisten sind alle wissenschaftlich beschriebenen und unbeschriebenen Arten mit Angabe der Fundorte aufgeführt.
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Die Malawicichliden, eine Artenschar

Malawicichliden gehören zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen der Welt, die im Laufe der Jahre bei den Aquarianern immer größere Beliebtheit gewannen.

Kein See der Welt enthält eine derart mannigfaltige und verschiedenartige Cichliden-Artenschar wie der Malawisee.

Eine Artenschar ist eine Gruppe nahe verwandter Arten, die eine geographisch begrenzte Region (z.B. einen See) bewohnen und in dieser Gegend endemisch (nur dort vorkommend) sind. Die Cichliden der großen Seen Afrikas liefern beste Beispiele für Artenscharen. Im Malawisee sind zwei Gruppen erkennbar: die Haplochromine und die Tilapien. Die Haplochromine haben sich wahrscheinlich aus Flußvorfahren entwickelt, die während der Entstehungsphase in den See eindrangen.

Cichliden haben viele Vorteile, wenn es darum geht, tiefe, stehende Wassergebilde zu besiedeln, sind jedoch in Flüssen in geringerer Anzahl vorhanden und weniger spezialisiert. Deshalb ist ein Rückfluss von von neu entstandenen Arten vom See in die zufließenden Flüsse unwahrscheinlich. Allerdings beliefern die Flüsse den See wahrscheinlich weiter mit der Urart. Eine solche Urart könnte Astatotilapia calliptera sein, die sowohl im See als auch in den umliegenden Flüssen vorkommt.

Höchstwahrscheinlich ist Astatotilapia calliptera aber nicht die eigentliche Urart, sondern teilt mit den Cichliden des Sees einen gemeinsamen Vorfahr. Dieser allesfressende Cichlide hat wahrscheinlich zu einer großen Vielfalt endemischer Arten beigetra- gen, ist aber selbst unverändert geblieben, weil ein freier Kontakt zu den Flusspopulationen aufrechterhalten wurde. Jede Abwandlung (Artbildung) seiner unspezialisierten Merkmale beschränkt ihn völlig auf den See, wodurch eine neue Art entsteht.

Die meisten Buntbarsche sind als bodenorientierte Fische nicht in der Lage, tiefes, offenes Wasser zu durchqueren, um sich in anderen Gegenden niederzulassen. Als der Wasserspiegel des Malawisees anstieg, entfernten sich einige Tiere von der Mutterpopulation um neue Populationen an neu entstandenen Biotopen zu gründen. So konnten sich Populationen, die durch eine unwirtliche Barriere von etwa 500 m Ausmaß voneinander getrennt waren, zu unterschiedlichen Arten zu entwickeln.

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