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Futterspezialisierungen
Die schnelle Anpassungsfähigkeit an neue Umgebungen bringt den Cichliden einen großen Vorteil gegenüber anderen Fischen. Im Malawisee haben sich die Cichliden an ein Leben in spezifischen Umgebungen angepasst und die meisten haben ein spezi- alisiertes Fressverhalten entwickelt. So gibt es unter ihnen Algenfresser, Planktonfresser, Pflanzenfresser, Insektenfresser, Fischfresser, Schuppenfresser, Sandsieber, Schneckenknacker und noch viele andere Gruppen. Während der häufig vorkommenden Planktonblüte sammeln sich aber viele Arten mit den verschiedendsten Nahrungsspezialisierungen im offenen Wasser, um Plankton zu fressen.
Jedoch verschlingen z.B. Pflanzen- oder Algenfresser auch gierig Würmer oder andere tierische Nahrung, sofern sich die Gelegenheit bietet.
Auch befinden sich in Algensträngen bzw. im Aufwuchs Mikroorganismen, also winzigste wirbellose Kleinstlebewesen, so dass auch diese Fische keine reinen Pflanzenfresser sind. Dennoch hat sich der Darmtrackt der vorwiegend pflanzenfressenden Arten sehr stark verlängert und benötigt daher pflanzliche Kost.

Die Cichliden lassen sich aber grob in folgende Gruppen aufteilen:

K :  Karnivore (Fleischfresser)
H :  Herbivore (Pflanzenfresser)
O :  Omnivore (Allesfresser)
L :  Limnivore (Aufwuchsfresser)

Durch die hohe Populationsdichte im Malawisee ist der Kampf ums Futter das tägliche Geschäft der Cichliden. Daher verschlingen sie im Aquarium gierig alles angebotene Futter ohne ein Sättigungsgefühl zu bekommen. Ich vermute, dass sie fressen würden, bis platzen. Aber das möchte ich natürlich nicht ausprobieren. Daher gilt die Empfehlung, nur soviel zu füttern, wie die Fische in 3 - 5 Minuten fressen können, für Malawicichliden nicht. Die Menge, die Cichliden in 3 bis 5 Minuten verschlingen können, würde zwangsläufig zu einer allmählichen Verfettung der inneren Organe und damit zum langsamen Tod unserer Fische führen.
Während der dreiwöchigen Brutphase können Weibchen so gut wie gar kein Futter aufnehmen. Sie sind dann zwar etwas erschöpft, aber noch lange nicht verhungert.
Solange die Bäuche unserer Cichliden jedoch nicht eingefallen sind, ist ausreichend gefüttert worden. Eine genaue Dosierung kann man nicht abgeben.
Bei der Auswahl von Futter ist aber auf die unterschiedlichen Nahrungsbedürfnisse zu achten. Auch sollte sehr abwechslungs- reich mit Trockenfutter, Frostfutter und pflanzlicher Kost gefüttert werden.
Auf keinen Fall darf tierisches Futter wie Rinderherz angeboten werden! Das Fett tierischer Kost können die Cichliden nicht ab- bauen und verfetten daher. Außerdem grasen im Malawisee auch keine Kühe
 
Trockenfutter
In Aquaristikgeschäften besteht ein umfangreiches Angebot an Flocken- und Granulatfutter. Es sollte jedoch auf die Inhaltsstoffe geachtet werde. Da es im Malawisee keine Kornfelder gibt, ist für die Cichliden Getreide nicht bekömmlich.
Futter aus geöffneten Dosen sollte in 1 Monat oder bei Lagerung im Kühlschrank nach 3 Monaten verbraucht sein. Danach sind die meisten Vitamine und Vitalstoffe verflogen.
 
Frostfutter
Zur Abwechslung sollte auch Frostfutter unseren Cichliden angeboten werden. Das erhöht ihre Vitalität und ihre Farbenpracht. Frostfutter hält sich in der Tiefkühltruhe mindestens 1 - 2 Jahre.
 
Gemüse
Den Pflanzen- und Algenfressern können verschiedene Gemüsesorten wie z.B. Gurken, Zucchini, Salat, Spinat usw. angeboten werden. Gemüse sollte jedoch gut gewaschen sein, denn gespritztes Gemüse fördert nicht die Gesundheit der Fische.
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