Vergesellschaftung

Startseite Vergesellschaftung von Cichliden
Beim Besatz des Aquariums ist erst einmal darauf zu achten, dass nur Fische miteinander vergesellschaftet werden, die bezüglich der Wasserchemie und Temperatur die gleichen Ansprüche stellen.

Arten
Bevor nun über die Vergesellschaftung unterschiedlicher Arten nachgedacht wird, sollte man sich erst einmal darüber im Klaren sein, ob man Mbunas, Nicht-Mbunas oder beides im Aquarium pflegen möchte, denn das Becken ist entsprechend der unterschiedlichen Bedürfnisse der Fische einzurichten. Nicht-Mbunas benötigen im Gegensatz zu Mbunas neben Steinaufbauten, die Versteckmöglichkeiten bieten, auch ausreichend Schwimmraum.

Beckengröße
Je grösser das Becken ist, desto geringer sind die Probleme bei der Vergesellschaftung verschiedener Arten. Werden in einem kleinen Becken mehrere Arten gepflegt, treten leicht Probleme durch die unterschiedlich stark ausgeprägte Revierverteidigung der einzelnen Individuen auf. Bei Beckengrößen ab 600 Litern haben die Tiere ausreichend Platz, ein Revier zu besetzen oder einander auszuweichen. Bei Becken ab 1000 Litern führen Aggressionen kaum noch zu Schwierigkeiten, da unterlegene Tiere problemlos ausweichen können. Die Größe und das Aggressionspotential der einzelnen Arten ist dabei jedoch immer zu berücksichtigen.

Verhältniss einzelner Arten
Da Weibchen meist sehr stark von den Männchen bedrängt werden, sollten immer mehrere Weibchen mit einem Männchen vergesellschaftet werden. Nur bei wenigen Arten, bei denen sich auch die Weibchen untereinander aggressiv verhalten, kann es dabei zu Problemen kommen. Die Pflege mehrerer Männchen der gleichen Art ist nur in großen Becken möglich, je nach Größe der betreffenden Art.

Verhalten
Viele Fische besitzen ein ausgeprägtes Revierverhalten, welches zu Stress und Unruhe für alle Fische im Aquarium führen kann. In einem kleineren Becken wird der revierbildende Fisch ständig gereizt und stört die anderen Fische durch seine Revierverteidigung. Das Revierverhalten einzelner Tiere innerhalb einer Art ist jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt. So kann sich z.B. ein im allgemeinen als friedlich angesehener Aulonocara zu einem echten Raufbold mit hoher Aggressivität entwickeln. Umgekehrt können einzelne als aggressiv geltende Mbunas sehr ruhige Vertreter ihrer Art sein, die sich sehr gut mit friedfertigen Fischen vergesellschaften lassen. Insofern kann keine allgemeinverbindliche Aussage darüber getroffen werden, welche Arten zusammen gehalten werden können.

Nahrung
Bei der Vergesllschaftung verschiedener Arten sollten ebenfalls die unterschiedlichen Nahrungsansprüche nicht ganz außer Acht gelassen werden, auch wenn Cichliden normalerweise nicht sonderlich wählerisch sind. Die meisten Mbunas haben sich im Gegensatz zu den Nicht-Mbunas als Aufwuchsfresser auf ballastreiche fettarme Kost eingestellt. Werden diese Arten zusammen gehalten, sind bei der Fütterung die unterschiedlichen Nahrungsansprüche zu berücksichtigen, damit die Mbunas nicht verfetten.

Größenunterschiede der einzelnen Arten
Kleine Mbunas sollten nicht mit großen räuberischen Cichliden in einem Becken gepflegt werden. Die kleinen Mbunas könnten doch sehr schnell als Nahrung angesehen werden. Bei Arten, die doppelt so groß werden als eine andere Art, kann es bereits kritisch werden.

Standortvarianten, ähnliche Cichliden
Ferner dürfen keine Cichliden zusammen gehalten werden, die zu einer Art gehören und sich nur durch verschiedene Färbung (Standortvarianten) von einander unterscheiden oder die sehr eng miteinander verwandt sind, denn das führt unweigerlich zu unerwünschten Kreuzungen. Daher sollten auch keine Arten zusammen gehalten werden, bei denen sich die Fische zu sehr ähneln, was auch für Weibchen gilt. Sich gleichende Männchen leiden ständig unter starken Konkurrenzkämpfen, was letztendlich zum Tode des unterlegenen Tieres führt.

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte ist dann nur noch der persönliche Geschmack entscheidend.

Wildfänge oder Nachzuchten?

Bleibt nur noch die Frage, ob man sich Wildfänge oder Nachzuchten zulegen will. Nachzuchten von verantwortungsvollen Züchtern unterscheiden sich nicht von Wildfängen und sind erheblich günstiger zu erwerben. Hobbyaquarianer die darüber nachdenken, Wildfänge zu halten, sollten sich darüber klar sein, dass die empfindlichen Fische auf dem langen Weg beim Importieren unendliche Qualen erleiden. Sehr viele überleben den stressigen Versand nicht. Auch können mit Wildfängen sehr leicht Krankheitserreger ins heimische Aquarium gelangen, die dort normalerweise nicht vorhanden sind. Da sich die Freiheit gewohnten Tiere meist in einem beengten Aquarium, in dem auch noch die Wasserqualität schlechter als im natürlichen Biotop ist, nicht wohlfühlen, geht ihr Leiden weiter. Oftmals brechen dann bei den geschwächten Tieren die eingeschleppten Krankheiten aus und die Tiere verenden.
Unter all diesen Gesichtspunkten sollten Wildfänge nur erfahrenen Züchtern vorbehalten werden, der gute Nachzuchten, die sich wesentlich einfacher pflegen lassen, an Hobbyaquarianer und Zoogeschäfte abgibt.

Zusammenfassung:
Aquarium entsprechend der zu pflegenden Arten einrichten
Bei Anschaffung eines Aquariums auf ausreichende Beckengrš§e achten
Über richtige Anzahl Weibchen informieren
Nahrungsansprüche einzelner Arten beachten
Keine artgleichen Cichliden zusammen halten, die sich nur äußerlich unterscheiden (Standortvarianten)
Kleine Arten nicht zusammen mit großen räuberischen Cichliden halten
Keine ähnlich aussehenden Männchen vergesellschaften um Aggressionen vorzubeugen
Keine ähnlich aussehenden Weibchen verschiedener Arten vergesellschaften um Kreuzungen zu vermeiden
Keine verschiedenen Standortvarianten in einem Becken vergesellschaften
Ausschließlich Nachtzuchten kaufen, niemals Wildfänge erwerben


Weiterführende Seiten:

Beckengröße / Fischgröße

Besatzdichte

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