Besatzdichte

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Oft wird die Frage gestellt, welche Anzahl von Fischen in einem Becken sinnvollerweise gepflegt werden sollte.
Das Thema Besatzdichte führt immer wieder zu heftigen Diskussionen. Die einen empfehlen Überbesatz um so die Aggressivität der Tiere zu unterdrücken, die anderen sehr geringen Besatz, um so die Wasserbelastung auf einem niedrigem Niveau zu halten. Doch scheinbar scheint sich die Meinung derer, die für einen artgerechten Besatz plädieren, durchzusetzen.

Überbesatz
Bei Überbesatz ist es Fischen mit ausgeprägtem Revierverhalten nicht mehr möglich, ein Revier zu verteidigen. Mit zunehmender Besatzdichte wird der revierbildende Fisch wird ständig gereizt und kann seine natürliche Revierverteidigung nicht mehr angewenden. Die sich so gegenseitig störenden Fische befinden sich in permanenten Stresssituationen, was ihr Immunsystem negativ beeinträchtigt. Dadurch haben Krankheitserreger, die ebenfalls in dicht besetzten Becken vermehrt vorkommen, leichtes Spiel, einen Fisch zu befallen, der dann letztlich verendet. Da die Fische sich nicht mehr ausweichen können, fügen sie sich untereinander häufig Bisswunden zu, die in dem stark belasteten Wasser schnell zu Sekundärinfektionen (z.B. durch Pilze) führen können. Viele verblassen oder zeigen nur noch andeutungsweise Farbe. Die Tiere, die ihre natürliche Revierverteidigung nicht mehr ausüben können, zeigen ein unnatürliches Verhalten. In überbesetzten Becken wird das Wasser in sehr hohem Maße belastet und es tritt leicht Sauerstoffmangel ein, was dann am heftigen Atmen der Fische erkennbar ist.
Aus den vorgenannten Gründen grenzt Überbesatz schon stark an Tierquälerei.

Unterbesatz
Bei Unterbesatz fühlen sich die Fische durch die fehlende Gesellschaft nicht wohl und werden schreckhaft. Sie sind dann sehr scheu und ziehen sich sofort zurück, wenn sich jemand dem Becken nähert. Auch sind die Auswikungen von Aggressionen umso größer, je weniger Fische sich im Aquarium befinden. Die Aggressionen verteilen sich nur auf wenige Fische, die vom Aggressor gezielt attakiert werden. Die Fische, die permanten Angriffen ausgesetzt sind und sich nicht in Sicherheit bringen können, werden nach einiger Zeit dem dadurch bedingten Stress erliegen.

Empfohlene Besatzdichte
Laut Auszug aus dem Sachkundenachweis des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. (VDA ) werden folgende Besatzdichten empfohlen:

   Fischlänge    bis  2 cm: 1,0 Liter Wasser je cm Fischlänge
   Fischlänge  2 bis  5 cm: 1,5 Liter Wasser je cm Fischlänge
   Fischlänge  5 bis 10 cm: 2,0 Liter Wasser je cm Fischlänge
   Fischlänge 10 bis 15 cm: 3,0 Liter Wasser je cm Fischlänge
   Fischlänge   über 15 cm: 4,0 Liter Wasser je cm Fischlänge
   Bei der Errechnung des Wasservolumens ist vom Nettovolumen auszugehen, also
   abzüglich Bodengrund und Einrichtungsgegenstände.

Die aufgeführten Empfehlungen der VDA haben durchaus ihre Berechtigung und können zur Ermittlung des Erstbesatzes herangezogen werden, liegen jedoch gerade in Bezug auf Malawis, die sich oft in größerer Gesellschaft erst so richtig wohlfühlen, am unteren Limit. Lassen sich Merkmale für Unterbesatz erkennen, kann der Besatz immer noch leicht erhöht werden. Eine allgemeinverbindliche und konkrete Aussage zur richtigen Besatzdichte lässt sich also nicht treffen. Letztlich kann nur durch das Verhalten der Fische herausgefunden werden, ob das Becken richtig besetzt ist. Die Besatzdichte sollte zum Wohle der Fische bei Anzeichen von Über- oder Unterbesatz entsprechend erhöht oder gesenkt werden.

Zusammenfassung:
Überbesatz vermeiden
Unterbesatz vermeiden
Verhalten der Fische beobachten
Besatzdichte ggf. korrigieren


Weiterführende Seiten:

Beckengröße / Fischgröße

Vergesellschaftung von Cichliden

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